Berichte und Reportagen

Geplante Obsoleszenz − Haben Elektronikgeräte ein Verfallsdatum?

Als geplante Obsoleszenz wird der planmäßige Verschleiß bis zur Unbrauchbarkeit zu einem bestimmten Zeitpunkt bezeichnet. Produkte werden dann früher obsolet als technisch notwendig wäre. Hierbei können verschiedene Faktoren ausschlaggebend sein: Sollbruchstellen, minderwertige und fest verbaute Produktkomponenten oder hoch aufwändig bzw. kostspielig zu beschaffende Ersatzteile.

In der Öffentlichkeit wird immer wieder diskutiert, ob diese geplante Obsoleszenz von Produktherstellern praktiziert wird. Aus diesem Anlass heraus beauftragte das Umweltbundesamt eine Studie am Öko-Institut Freiburg in Kooperation mit der Universität Bonn.
Presseinformation des Umweltbundesamtes zum Thema Obsoleszenz

Untersucht wurde die Lebens- und Nutzungsdauer ausgewählter Elektro- und Elektronikgeräte von Waschmaschine bis Laptop. Der Analysezeitraum erstreckte sich von 2004 bis 2012.
Tatsächlich wurde herausgefunden, dass die Geräte heute deutlich früher durch ein Nachfolgegerät ausgetauscht werden, als noch vor 10 Jahren. Eine besondere „Defekt-Schwelle“ schien dabei bei fünf Jahren zu liegen. Hier stellten auffällig viele Geräte ihren Dienst ein. Bislang ließen sich allerdings keine Sollbruchstellen oder Hinweise in der Konstruktion auf geplante Obsoleszenz belegen. Die Studie wird weiterhin verfolgt und arbeitet jetzt in einem zweiten Schritt explizit an dieser Fragestellung.

Die Präsidentin des Umweltbundesamtes, Maria Krautzberger, spricht sich dafür aus, Elektrogeräte mit einer Art Haltbarkeitsdatum zu kennzeichnen. „Konzerne sollten, soweit möglich, die voraussichtliche Lebensdauer eines Geräts angeben.“

Smartphones für Jedermann – Rohstoffe auf Leben und Tod

Der steigende Bedarf an Smartphones sorgt für einen steigenden Absatz bei ihren Herstellern. Diese benötigen seltene Rohstoffe wie Palladium und seltene Erden zur Produktion der Smartphones. Diese Rohstoffe beziehen Hersteller zu besonders niedrigen Kosten in den ärmsten Ländern der Welt.

Eines dieser Länder ist der afrikanische Staat Kongo. Das Land ist seit Jahren durch Bürgerkriege und Armut belastet und somit in keiner Position, angemessene Preise für seine Bodenschätze zu verhandeln. Besetzt von kriminellen Organisationen werden die Minen unter unzumutbaren Bedingungen bewirtschaftet.
Dieser Thematik nehmen sich auch vermehrt die Medien an, wie hier in einer Fernseh-Reportage:
Fernsehreportage: „Der Handy-Krieg im Kongo

Eine Möglichkeit diese Art der Rohstoffgewinnung zu unterdrücken ist eine verminderte Nachfrage. Diese kann zum Beispiel durch die Verlängerung der Erstnutzungsdauer von Smartphones geschehen. Je weniger Smartphones ersetzt werden müssen, desto weniger neue Smartphones werden produziert und weniger Rohstoffe nachgefragt.

Auch fachlich-objektive Analysen kommen zu demselben Ergebnis:
Die Rohstoff Expedition

Dieser Internetauftritt ist Teil des Projekts "Nachhaltiger Konsum von Informations- und Kommunikationstechnologie in der digitalen Gesellschaft - Dialog und Transformation durch offene Innovation".
Das Projekt wird vom Ministerium für Wissenschaft und Kultur des Landes Niedersachsen und der VolkswagenStiftung aus Landesmitteln des „Niedersächsisches Vorab“ gefördert (Projektnummer VWZN3037).

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