Statussymposium

Statussymposium „Wissenschaft für nachhaltige Entwicklung“

Am 23. und 24. Januar 2017 fand das Statussymposium „Wissenschaft für nachhaltige Entwicklung“ im Schloss Herrenhausen in Hannover statt.

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Plenum des Statussymposiums „Wissenschaft für nachhaltige Entwicklung“

Posterpräsentationen – drei Beiträge von eCoInnovate IT wurden vorgestellt.

Auch unser Forschungsprojekt eCoInnovate IT war bei diesem Austausch zwischen Wissenschaftlern und öffentlichem Publikum mit drei Posterbeiträgen und einer Projektvorstellung im Programmteil „Innovationen und Kompetenzen“ vertreten.

Es fand ein reger Austausch in Form von Podiumsdiskussionen und Posterpräsentationen zwischen den interdisziplinär ausgerichteten Wissenschaftlern der verschiedenen Projekte statt.

eCoInnovate IT – Projektvorstellung durch den wissenschaftlichen Leiter Prof. Dr. Frank Teuteberg.

Podiumsdiskussion im Teilbereich Innovationen und Kompetenzen

Posterbeiträge von eCoInnovate IT beim Statussymposium

Durch offene inter- und transdisziplinäre Innovationsprozesse zu nachhaltigeren Produkten, Dienstleistungen und Geschäftsmodellen im Bereich IKT

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Prof. Dr. Erik G. Hansen2,3, Prof. Dr. Andrea Lenschow4, Prof. Dr. Jorge Marx Gómez1, Prof. Dr. Karsten Müller4, Prof. Dr. Thorsten Raabe1, Prof. Dr. Stefan Schaltegger2, Prof. Dr. Frank Teuteberg4, Dr. Frithiof Svenson1,
Jad Asswad, M. Sc.1, Georg Hake, M. Sc.1, Franziska Haucke, M. Sc.4, Alexander Meier, M. Sc.4, Jan Pollex, M. A.4, Danielle Warnecke, M. Sc.4, Ursula Weber, MBA2, Julia Zufall, M. Sc.2

1Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, 2Leuphana Universität Lüneburg, 3Johannes Kepler Universität (JKU) Linz, 4Universität Osnabrück

Vor dem Hintergrund einer nachhaltigen Entwicklung ist die Wissenschaft zunehmend gefordert, Abhängigkeiten zwischen Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT), menschlichem Verhalten und unserer Umwelt neu zu hinterfragen.
Ziel ist es, unterschiedliche Akteure (Unternehmen, Konsumenten, Politik) integrativ an der Ausgestaltung nachhaltigerer Produkte, Dienstleistungen, Geschäftsmodelle und gesetzlicher Rahmenbedingungen zu beteiligen. In einem vorbereitenden Schritt erfolgt zunächst die Erhebung konkreter Erwartungen und Einstellungen der Akteure sowohl psychologisch auf der Ebene des einzelnen Individuums, als auch ethnographisch auf der Ebene von Interessengruppen. Darauf aufbauend werden unternehmerische und politische Maßnahmen entwickelt, welche eine Einbindung externer Akteure in Innovationsprozesse ermöglichen, wie z. B. Beiräte, partizipative Produktentwicklung, Reparatur Cafés, staatliche Anreizsysteme, Initiativen zu Gesetzesvorlagen.
Die Arbeitsteilung zwischen den am Projekt beteiligen Professuren erfolgt anhand ihrer inhaltlichen und methodischen Schwerpunkte. Forschungsfragen werden aus unterschiedlichen Blickwinkeln verfolgt. So werden die Konsumenten-, Markt-, Politik- und Stakeholderperspektiven zusammengeführt. Dabei beteiligen sich die forschenden Disziplinen (Wirtschaftsinformatik, Umweltinformatik, Sozialwissenschaften, Psychologie, Marketing, Innovationsforschung und Nachhaltigkeitswissenschaft) nicht nur intradisziplinär, sondern sie arbeiten an verschiedenen Perspektiven entsprechend ihrer Expertise an gemeinsamen Arbeitspaketen. Die genutzten Synergien erweitern den Fokus einzelner Fragestellungen über disziplinäre Grenzen hinaus und tragen so zu einer hohen Forschungsqualität und zu mehr Transparenz bei.
Über den gesamten Projektverlauf erfolgt eine Einbindung von politischen, gesellschaftlichen und unternehmerischen Akteuren wie auch der bestehenden Netzwerke der beteiligten Professuren und Universitäten (z. B. Technologiekontaktstelle Universität Osnabrück, CENTOS Oldenburg, IuK-Netzwerk Osnabrück, Netzwerk ERTEMIS, Innovations-Inkubator Lüneburg, Mitgliedschaft B.A.U.M.). Neue Kontakte werden außerdem durch die Workshop-Reihe „Innovationsverbund Nachhaltige Smartphones (INaS)“ realisiert, die im offenen Diskurs (Open Innovation) mit Praxispartnern steht.

Entwicklung nachhaltigkeitsorientierter Innovationen und Geschäftsmodelle in der Smartphonebranche

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Prof. Dr. Erik G. Hansen2,3, Prof. Dr. Jorge Marx Gómez1, Prof. Dr. Stefan Schaltegger2, Jad Asswad, M.Sc.1, Georg Hake, M.Sc.1, Ursula Weber, MBA2/sup>, Julia Zufall, M.Sc.2

1Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, 2Leuphana Universität Lüneburg, 3Johannes Kepler Universität (JKU) Linz

In Anbetracht der weltweit jährlich steigenden Absatzzahlen von Smartphones und der kürzer werdenden Nutzungsdauern, sind die entlang der gesamten Wertschöpfungskette entstehenden negativen Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft zunehmend von Bedeutung. Hierfür werden Innovationsansätze im inter- und transdisziplinären Dialog entwickelt und pilotiert, um die Entwicklung und den Konsum von nachhaltigen Smartphones zu fördern. Der Stand der Umsetzung kann anhand der folgenden drei Teilbereiche nachvollzogen werden.
Nachhaltigkeitsorientierte Geschäftsmodellinnovationen: Unternehmen können durch Geschäftsmodell-Innovationen neuartige Ideen für einen nachhaltigen Konsum entwickeln und somit zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen. Ein innovatives Geschäftsmodell für Nachhaltigkeit leistet über das Wertangebot einen positiven Beitrag für Umwelt und Gesellschaft oder reduziert negative Auswirkungen. Ziel der Forschungsarbeit ist es herauszufinden, welche Ansätze von innovativen Geschäftsmodellen mit einem nachhaltigkeitsorientierten Wertangebot von Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette für einen Wandel in der Smartphone Industrie denkbar wären und umsetzbar sind.
Innovationsverbund Nachhaltige Smartphones (INaS): In einem offenen Innovationsprozess entwickeln rund 15 Akteure aus Industrie und Wissenschaft gemeinsam Wertschöpfungsarchitekturen für den nachhaltigen Konsum mobiler Endgeräte. Wettbewerbsfähige sowie nachhaltigkeitsorientierte Lösungen zu identifizieren und anhand der Vision eines Service Point of the Future am Kunden ausgerichtet zu integrieren, ist das Ziel von INaS. Dazu findet eine intensive und vertrauliche Workshop-Reihe statt. Die teilnehmenden Unternehmen und Organisationen profitieren vom Wissens- und Erfahrungsaustausch untereinander sowie mit den WissenschaftlerInnen. Sie erhalten Innovationsimpulse für die Entwicklung ihres eigenen Geschäftsmodells und kommen in Kontakt mit (potenziellen) Partnern.
Webbasiertes Plattformkonzept (Softwarearchitektur): Im Rahmen einer informationstheoretischen Perspektive wird eine prototypische Softwarearchitektur entwickelt, die den Gedanken des Service Point of the Future durch ein webbasiertes Plattformkonzept aufgreifen und ergänzen soll. Dazu finden die Konzepte einer nachhaltigkeitsorientierten und offenen Innovation Anwendung, mit dem Ziel alle beteiligten Akteure (Politikorgane, Konsumenten, Produzenten, Interessensgruppen) kollaborativ an der Ausgestaltung nachhaltiger Produktinnovationen zu beteiligen. Anders als bei bisherigen Lösungsansätzen wird dabei ein ganzheitliches Konzept verfolgt, das alle Phasen des Lebenszyklusmodells von IKT Produkten betrachtet.
Mit den beschriebenen Ansätzen werden unterschiedliche Methoden von Open Innovation zur Entwicklung von (IT-)Innovationsprozessen eingesetzt und getestet. Die Ergebnisse sollen u. a. in eingeleiteten Transformations- und Innovationsprozessen von beteiligten Unternehmen, der Software-Plattform sowie wissenschaftlichen und praxisorientierten Publikationen sichtbar werden.

Transformation durch Selbstorganisation

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Prof. Dr. Andrea Lenschow2, Prof. Dr. Karsten Müller2, Prof. Dr. Thorsten Raabe1, Franziska Haucke, M.Sc.2, Alexander Meier, M.Sc.2, Jan Pollex, M.A.2, Dr. Frithiof Svenson1

1Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, 2Universität Osnabrück

Die rapide Verbreitung von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) birgt ökologische, ökonomische und soziale Risiken trotz ihres gesellschaftlichen und innovativen Nutzens. Der Teilbereich „Transformation über Selbstorganisation“ des ForschungsprojekteseCoInnovateIT erweitert den technischen Fokus auf IKT-Produkte und untersucht Faktoren, welche das Konsumverhalten in Gesellschaft, Gruppen und bei einzelnen Nutzern und Nutzerinnen bestimmen. Hierbei wird erarbeitet, wie Konsum von IKT nachhaltiger gestaltet werden kann. Für das Verständnis gesellschaftspolitischer Transformation bedarf es eines interdisziplinären Zugangs:
Der Fachbereich Sozialwissenschaften befasst sich mit der Interdependenz zwischen individuellen Konsumhandlungen und politischer Steuerung (gesellschaftliche Ebene). Dabei wird vor allem die Rollentransformation von BürgerInnen und Konsumenten hin zu Konsum- BürgerInnen sowie die Adressierung dieser seitens der Politik diskutiert.
Der Konsum von IKT auf der Gruppenebene wird durch den Fachbereich Marketing erforscht. Insbesondere interessieren Bedingungen des sozialen Kontextes, die zu einer Transformation des Konsums von IKT durch selbstorganisierte Individuen führen. Der Erkenntnisgewinn über Konsumkultur(en) ermöglicht eine Verständigung darüber, wie Gruppenpraktiken als Handlungsorientierung für nachhaltigen IKT Konsum wirken.
Der Fachbereich Psychologie erarbeitet die Rolle sozialer Einflussvariablen im Kontext individuumsbezogener Faktoren nachhaltigen Konsums. Zusätzlich sollen individuelle Alltagspraktiken im Kontext des IKT-Konsums und insbesondere deren soziale und selbstorganisierende Bedeutung beleuchtet werden. Als Beispiel der Interaktion von Individuum mit dem sozialen Kontext wird die Frage adressiert, wie individuelle Handlungen mit Verbindlichkeiten und Ordnungen in Gruppen in Beziehung stehen.Die Schnittstellen zwischen Individuum, Gruppe und Gesellschaft sind komplex, weshalb diese jeweils aus mindestens zwei sich gegenseitig stützenden Perspektiven betrachtet werden. Gemeinsam betrachten die drei Perspektiven die Bedeutungen des Alltagsgegenstandes Smartphone für einen nachhaltigen Konsum an den Schnittstellen verschiedener Lebenswelten. Ein besonderes Interesse gilt hierbei dem Gegenstand der Selbstorganisation im Sinne des nachhaltigen Konsums von IKT im Zusammenspiel individueller, gruppenbezogener und gesellschaftlicher Einflussfaktoren und Rahmenbedingungen.

Dieser Internetauftritt ist Teil des Projekts "Nachhaltiger Konsum von Informations- und Kommunikationstechnologie in der digitalen Gesellschaft - Dialog und Transformation durch offene Innovation".
Das Projekt wird vom Ministerium für Wissenschaft und Kultur des Landes Niedersachsen und der VolkswagenStiftung aus Landesmitteln des „Niedersächsisches Vorab“ gefördert (Projektnummer VWZN3037).

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